Wir begrüßen am Zeller Kunstweg den Künstler
Wolfgang Buntrock und Frank Nordiek
Die Land-Art-Künstler Wolfgang Buntrock und Frank Nordiek arbeitern stets mit vor Ort vorgefundenen Materialien. Wolfgang Buntrock, geboren 1957 ist seit 1988 freischaffender Landschaftsarchitekt in Hannover und Frank Nordiek, geboren 1964 ist Erzieher und promovierter Mineraloge und arbeitet seit 2001 als freischaffender Künstler im Raum Hannover. Die Künstlergemeinschaft Atelier LandArt von Buntrock und Nordiek besteht seit 1996. Seit dieser Zeit beschäftigen sich die beiden mit der Landschaftskunst. Eine Vielzahl vergänglicher Installationen ist seitdem in der Region Hannover, Deutschland und in Europa entstanden. In der Regel arbeiten sie mit Naturmaterial, benutzen aber auch seitlangem weich geglühten Eisendraht, um bei den Installationen eine größere Gestaltungsfreiheit zu haben.
Prof. Ulf Jonak über LandArt: „Die Beiden bewahren, pflegen, umschmeicheln, tätscheln, massieren behutsamst das, was sie vorfinden. Wie Hütehunde beschnüffeln sie den Platz, kratzen und wühlen, bis der „Knochen“ zu Tage tritt. So wird ein Nicht-Ort ihnen zum Fundort. Das Vorhandene wird so lange umsorgt und umkreist, bis sich Zeichen erkennen lassen, Andeutungen eines unverwechselbaren Identischen.
Hinweis
Die Künstler arbeiten heute nicht mehr als Team. Jeder von ihnen verfolgt seine eigenen Ideen und Projekte
Über den Künstler
Über die Erdhalme
Knapp 10 Jahre nach ihrer Entstehung wurde die Skulptur „Erdhalme“ saniert und wächst an einem neuen Standort im Oberen Park in Zell in den Himmel. Die Naturkünstler Buntrock und Nordiek haben 2014 im Rahmen der Zeller Kunstwege dieses spektakuläre und einzigartige Kunstwerk entstehen lassen. „Die Kunst, die Landschaft und der Geist des Ortes“ beschreibt die Inspiration, aus der die Kunst entsteht. So auch in Zell am Harmersbach, mit dem Ortsbezug Zeller Keramik und dem Areal der Oberen Fabrik, wo einst Keramik und Porzellan produziert wurde. Die Erdhalme wachsen wie Grashalme im Stadtpark aus dem Boden, aus dem die Künstler Erde entnommen haben und in der Glasur der Teller (Blütenstände) verarbeitet haben. Die Produktion fand in der Zeller Keramik statt, das Eisen für die Halme wurde bei der Firma Riehle in Unterharmersbach geschmiedet und gebogen. Der Entstehungsprozess vor Ort, zusammen mit den Künstlern, der Zeller Keramik, dem Bertriebshof Zell und der Firma Riehle gibt den Geist des Ortes wieder und so wurde ein wirklich einzigartiges Kunstwerk erschaffen.
„Der Geist des Ortes, einmal erkannt, wird zum Blühen gebracht. Was ihnen unter den Händen entsteht, ist nicht Dekor, womit Kunst oft leichtfertig verwechselt wird. So ätherisch und poetisch ihr Werk anmutet, so verbissen und rational kämpfen sie auch, auf den Punkt genau, den Genius Loci zu enthüllen. Die Überhöhung des Vorgefundenen wird zur Entdeckung eines Geheimnisses. Entdeckung ist Aufdeckung. Auch beim Betrachter. Wie Schuppen fällt es von den Augen. Die geistreiche Interpretation offenbart das Unergründliche.
Die Kunst ist zwar nicht das Brot, wohl aber der Wein des Lebens.
Jean Paul