26-Armin Göhringer

Am Kunstweg begrüßen den Künstler 

Armin Göhringer

Vita

1954: Geboren in Nordrach im Schwarzwald

1976 – 1982: Studium an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach

Aktuell: Lebt in Zell am Harmersbach 

Über den Künstler

Über seine Kunst-Allgemein

"Papierschnitte und Holzarbeiten von Armin Göhringer unterliegen der gleichen Thematik. Seine Skulpturen sind mit der Kettensäge aus einem Stamm geschnittene Holzarbeiten in Grenzbereich und am Rande des Möglichen. Ein ausgeklügeltes Konstrukt von Lasten und Tragen, Stehen und Fallen und einem bemessenen Gleichgewicht der Massen. Alles miteinander verwoben und verbunden, mit dem steten Hinweis auf das Leben, auf Vorsicht und Achtsamkeit, damit das Gefüge nicht zusammenbricht."

Dr. Sabine Heilig (Auszug aus Einführungsrede)

 

Der Künstler und sein Konzept

Armin Göhringer, der zu den führenden deutschen Holzbildhauern der Gegenwart zählt, ist 1954 in Nordrach geboren, absolvierte von 1976 bis 1982 ein Studium an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main. Nach seiner Studienzeit kehrte er in den Schwarzwald zurück. Er lebt in Zell am Harmersbach und hat sein Atelier im sechs Kilometer entfernten Nordrach. Seine Arbeiten haben die Heimat im Schwarzwald längst weit hinter sich gelassen. Göhringers Skulpturen stehen an vielen Plätzen in ganz Europa. Sein Schaffen, überwiegend die klassische Holzbildhauerei, wenngleich mit Kettensäge und Brenner, fasziniert immer wieder neu. Seit über 20 Jahren rufen Göhringers Skulpturen Erstaunen hervor und regen zum Nachdenken an. In der Arbeit mit dem Baumstamm manifestiert sich sein besonderes Naturverständnis. „Ich selbst bin Regung, Kraft, Wille, Ruhe, Intellekt und Gefühle“, sagt er über sich und spricht damit die Polarität alles Wesenhaften an. Sein Interesse gilt der Auseinandersetzung mit der Polarität in der Struktur, dass er mit dem Aufeinandertreffen mit horizontalen und vertikalen Linien und der Sichtbarmachung der Veränderung an den Schnittstellen verdeutlicht. Beim Zusammentreffen der Extremen entsteht ein Loch, ein Freiraum, ein Platz für Licht. Einkerbungen von zwei Seiten, senkrecht und waagrecht. Aus diesem Grundprinzip heraus entwickelt Göhringer die Vielfalt der Formen.

 

Über die Skulptur Holz geschwärzt

Große Stelen aus Holz sind typisch für den in Zell am Harmersbach lebenden Holzbildhauer Armin Göhringer. Seine abstrakten Skulpturen beeindrucken stets durch schlichte Formen. Gleich aufeinander folgender Generationen hat Göhringer hier Schichten hintereinandergestellt, wobei eingeschnittene Formen den Blick, wie Fenster der Erinnerung, öffnen. „Einer nachfolgenden Generation wird sich nie die ganze Realität darstellen. Sie wird immer Fenster ausschneiden und das sehen was sie zulässt“, so Göhringer.

 

Armin Göhringers kraftvolle, abstrakte Gebilde definieren sich durch den Kontrast von blockhaften, schweren Formen zu filigranen Verbindungslinien. Im Mittelpunkt seiner Arbeit geht es um die größte Polarität in der Struktur, um horizontale und vertikale Linien durch Einkerbungen von zwei Seiten und der Sichtbarmachung der Veränderung an den Schnittstellen. Wo sich die Schnitte treffen entstehen Löcher, Freiräume, Platz für Licht. Auch in der Materialkombination mit Eisen zum weichen, zerstörbaren Holz, spiegelt sich Polarität wider. Es schützt einerseits und es überlagert, verdeckt, aber lässt die Mitte offen. Die Polarität zwischen Offenheit und Geschlossenheit lenkt den Blick auf das was sich dazwischen abspielt, auf Freiräume, die nie an Endpunkten sind, sondern immer zwischen Extremen.

 

Dr. Stefan Berg schreibt dazu:

„Die Polarität zwischen Offenheit und Geschlossenheit wird in den Arbeiten Armin Göhringers nie im Sinne eines Entweder/Oder verhandelt, sondern als Markierung für das, was sich dazwischen abspielt: das Leben in seiner unsystematischen Pluralität und die Erfahrung eines geistigen Prinzips dahinter, das sich „Transzendenz“ nennen lässt. Indem sie in ihren Unterbrechungen und durchblicken das Abwesende als Anwesendes thematisieren, lenken sie unsere Blicke von dem, was wir sehen, hin auf das, was wir nicht sehen können. So zeigt sich das Unsichtbare.“

Steckbrief zu Künstler und seiner Kunst
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