Wir begrüßen am Zeller Kunstweg den Künstler
LIuis Cera
Vita
Lluís Cera, geboren 1967 in Barcelona (Spanien) machte 2003 sein Diplom im Fachbereich Skulptur an der Kunstakademie Barcelona. Der katalanische Bildhauer Lluís Cera (*1967, Barcelona) hat bereits viele Ausstellungen in verschiedenen Ländern realisiert und mehrfach Auszeichnungen für sein umfassendes Werk bekommen.
Skulptur: Lluis Cera: Stein- und Eisenschlaufen
In der vier Meter hohen Skulptur verschlingen sich Stein- und Eisenschlaufen in verwirrender Weise so ineinander, dass gegenläufige Kraftlinien zugleich nach oben und unten geführt werden. Der Betrachter findet die Verbindung von Gegensätzlichem schon im Material, das hart und doch scheinbar weich, kantig und doch rund ist. Die für Cera typische Verbindung zur Literatur schafft der katalanische Künstler hier über Textfragmente aus dem Gedichtband Unterschlupf‘ von José Francisco Agüera Oliver, der als Sohn spanischer Gastarbeiter in Hausach im Schwarzwald aufwuchs. Eine Besonderheit und ebenfalls verbindend, sind die zur Skulptur hinführenden Trittsteine. Cera verehrt darauf den gleichfalls spartenübergreifend experimentierenden Dichter, der Sprache aus dem Bekannten heraushebelt, entzingelt, um ihr in neuen Klangelementen eine Aussagekraft zu verleihen, die über das allzu Verständliche hinausreicht.
Über den Künstler
Über seine Kunst
Seine Arbeit zeichnet sich durch einen unglaublich sensiblen und präzisen Umgang mit verschiedenen Materialien aus, zu denen vor allem Marmor, Granit, Eisen, Bronze und Holz gehören. Dabei springt einem direkt die Harmonie der Massivität der Substanz und der Weichheit der Oberflächen ins Auge, wodurch die Skulpturen eine emotionale Komponente erhalten. Ein weiterer wichtiger Aspekt, der sich durch Ceras Oeuvre zieht, ist die Verbindung seiner Skulpturen mit literarischen oder musikalischen Textfragmenten, welche sein Werk um eine poetische Ebene erweitern. Cera dringt mit seinen Skulpturen in ein kreatives Universum vor. Bei den verwendeten Materialien – vor allem Marmor, Granit, Eisen, Bronze, Holz und auch Kunstharz – ist Sachkenntnis angesagt, alle Verbindungen müssen millimetergenau passen.
Die Beschaffenheit wie Härte, Struktur, Faserung, Farbe muss beherrscht sein. Von der figürlichen Form kommend, wird für Lluís Cera zunehmend die Abstraktion wichtig. Das gegenständliche wird aber nicht vernachlässigt. Oft sind die weich und leicht wirkenden Formen in massivem Eisen eingebettet oder es wird der leicht wirkende Carrara-Marmor mit anderen Materialien verzahnt. Je nach gewähltem Material werden literarische Texte oder Textfragmente teils in verschiedene Sprache eingemeißelt oder aufgetragen. Nicht nur Künstlerisches Können hat Lluís Cera bei seinen Skulpturen bewiesen, sondern auch, dass er über eine hervorragende Einfühlungsgabe verfügt. Hinzu kommt noch die äußerste Präzision in der technischen Ausführung. Im Geiste wohnt die Erinnerung. Lluís Cera setzt seine Gedanken und Erinnerungen dreidimensional in eindrucksvollster Weise um.
Typisch für Cera´s Arbeiten sind die weich und leicht wirkenden Formen von Travertin-Marmor und Stahl, die sich scheinbar wie Schaumstoff verdrehen und zerknautschen lassen. In der weich, rund und biegsam erscheinenden Skulptur aus eigentlich harten Stoffen, findet der Betrachter die Verbindung von Unterschiedlichem und das Streben nach Harmonie, wenn etwa harter Marmor die Weichheit eines Kissens vermittelt und in massivem Eisen eingebettet ist. Die für Cera typischen Verschlingungen unterschiedlicher Materialien tragen meist auch Zeichen von Literatur oder Musik.
Die Kunst ist zwar nicht das Brot, wohl aber der Wein des Lebens.
Jean Paul