Wir begrüßen am Zeller Kunstweg die Künstlerin
Mechthild Ehmann
1964 geboren in Stuttgart
1983 Bildhauerpraktikum bei Prof. Fritz Nuss
1984 – 87 Lehre als Seinbildhauer bei Hans Neuwirth
1988 – 89 Kunstakademie Karlsruhe, Prof. van Dülmen
seit 1990 freischaffend
Mitglied im VBKW, BfB, Kunstverein Schorndorf, Sculpture Network
seit 1990 mehrere Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland
Skulptur Kopf, Stein
Eines der gewichtigsten Kunstwerke bei den Zeller Kunstwegen bringt die im Hochschwarzwald lebende, 1963 geborene Mechthild Ehmann nach Zell. Zahlreiche Preise, u.a. ist Ehmann mehrfach Preisträgerin beim Salon des Artistes Français im Grand Palais in Paris, unterstreichen ihre hohe Qualität in der Stein- und Bronzebearbeitung. Der rund 3,5 Tonnen schwere Kopf, am hinteren Ausgang des Kurparks in Zell positioniert, besteht aus poliertem Granit. Reduziert in der Form, abstrahiert das Kunstwerk einen menschlichen Kopf: Stirnfläche, Nackenanschnitt, abgeflachte Seite. Der Stein poliert, die Maserung des Materials herausgearbeitet, meisterlich. Den rohen Stein in ein eigenständiges und in sich geschlossenes Subjekt zu verwandeln, dabei das Material und seine Eigenart zu würdigen und zur Geltung zu bringen – das ist das Thema der an der Dombauhütte in Schwäbisch
Obwohl ursprünglich ganz von der gegenständlichen Kunst geprägt, entwickelt Mechthild Ehmann in ihren Stein-Skulpturen seit 1997 eine abstrakte Formensprache, die Sinnlichkeit mit Strenge verbindet und Organoides anklingen lässt. Mit ihrer klassischen Auffassung von bildhauerischer Sprache und in vager Verwandtschaft zu Brancusi, Arp und Hepworth gehört Mechthild Ehmann zu den stillen Durchdringern mit einer ganz unzeitgemäßen Leidenschaft für Form und Material. Gegensätzliche, einander widersprechende Themen und (Material-) Eigenschaften fügen sich im bildhauerischen Prozess zu einer Einheit, deren harmonische Ausgewogenheit sich nicht in einer unverbindlichen Ästhetik verliert, sondern in spannungsgeladene, erotische Verdichtung führt. Die auf einem winzigen Auflagepunkt ausbalancierten und dadurch beweglichen Skulpturen überraschen und beglücken durch ihre unerwartete Leichtigkeit und ihre sinnliche Emotionalität, die den Betrachter unwillkürlich zum Anfassen bewegen.
Über ihre Kunst
Durch das unwiderrufliche Wegnehmen von Material entsteht, die beabsichtige Skulptur in einem steten Dialog zwischen der inneren Vorstellung und der sich entwickelnden äußeren Form. Den rohen Stein in ein eigenständiges, in sich geschlossenes, aber bewegliches Subjekt zu verwandeln, dabei das Material und seine Eigenart zu würdigen und zur Geltung zu bringen – das ist das Thema der Bildhauerin Mechthild Ehmann.
Die Kunst ist zwar nicht das Brot, wohl aber der Wein des Lebens.
Jean Paul