Armin Göhringer


Armin Göhringer, der zu den führenden deutschen Holzbildhauern der Gegenwart zählt, ist 1954 in Nordrach geboren, absolvierte von 1976 bis 1982 ein Studium an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main. Nach seiner Studienzeit kehrte er in den Schwarzwald zurück. Er lebt in Zell am Harmersbach und hat sein Atelier im sechs Kilometer entfernten Nordrach. Seine Arbeiten haben die Heimat im Schwarzwald längst weit hinter sich gelassen. Göhringers Skulpturen stehen an vielen Plätzen in ganz Europa. Sein Schaffen, überwiegend die klassische Holzbildhauerei, wenngleich mit Kettensäge und Brenner, fasziniert immer wieder neu. Seit über 20 Jahren rufen Göhringers Skulpturen Erstaunen hervor und regen zum Nachdenken an. In der Arbeit mit dem Baumstamm manifestiert sich sein besonderes Naturverständnis. „Ich selbst bin Regung, Kraft, Wille, Ruhe, Intellekt und Gefühle“, sagt er über sich und spricht damit die Polarität alles Wesenhaften an. Sein Interesse gilt der Auseinandersetzung mit der Polarität in der Struktur, das er mit dem Aufeinandertreffen mit horizontalen und vertikalen Linien und der Sichtbarmachung der Veränderung an den Schnittstellen verdeutlicht. Beim Zusammentreffen der Extremen entsteht ein Loch, ein Freiraum, ein Platz für Licht. Einkerbungen von zwei Seiten, senkrecht und waagrecht. Aus diesem Grundprinzip heraus entwickelt Göhringer die Vielfalt der Formen. Ein Raster von Lichtlöchern und Durchblicken entsteht. Fragile Gitter in denen das Licht und der Freiraum zur wichtigen Komponente erwächst. Dr. Stefan Berg schreibt dazu: „Die Polarität zwischen Offenheit und Geschlossenheit wird in den Arbeiten Armin Göhringers nie im Sinne eines Entweder/Oder verhandelt, sondern als Markierung für das, was sich dazwischen abspielt: das Leben in seiner unsystematischen Pluralität und die Erfahrung eines geistigen Prinzips dahinter, das sich „Transzendenz“ nennen lässt. Indem sie in ihren Unterbrechungen und durchblicken das Abwesende als Anwesendes thematisieren, lenken sie unsere Blicke von dem, was wir sehen, hin auf das, was wir nicht sehen können. So zeigt sich das Unsichtbare.“